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Im Februar startet ein festes Nachtsportprojekt / Jugendhilfeplanung befragt Experten und Schüler für fundierte Grundlagen
Von unserer Redakteurin Ingrid Böhm-Jacob
RHEINFELDEN. Welche Angebote brauchen Jugendliche zur Freizeitgestaltung? Auf jeden Fall mehr als nur Treffpunkte, weiß Sozialamtsleiterin Cornelia Rösner bereits. Wie die Jugendarbeit künftig aussieht, beschäftigt die Stadt intensiv, denn fundierte Antworten müssen erst erarbeitet werden. Die schlichte Bezeichnung "Jugend" nämlich zeigt ganz unterschiedliche Facetten. Doch aussagekräftige Sozialdaten fehlen, sie werden in den nächsten Monaten erst durch Befragungen, Interviews und Erhebungen Grundlagen für den Maßnahmenkatalog geschaffen.
Dabei beginnt die Steuerungsgruppe mit Rüdiger Spiegelberg von der Fachhochschule Freiburg als Berater und Kreisjugendhilfeplaner Norbert Kreienkamp, Amtsleiterin Cornelia Rösner und Jugendreferentin Simon Hohler als Team bei "null" . Seit Jahren ruhte die Jugendhilfeplanung nämlich. Als schwierig betrachtet Spiegelberg, das kulturelle, soziale und ökonomische Umfeld , in dem sich Jugendliche bewegen, kleinräumig zu beleuchten. Die jeweilige Szene zu kennen, erweist sich aber als notwendig. Deshalb wird im Februar auch eine Expertenbefragung erfolgen. Etwa 30 Personen, die regelmäßig mit Jugendlichen in Kontakt stehen, vom Sozialarbeiter über den Hausmeister bis zum Wirt eines Jugendlokals , werden dabei gezielt zu ihren Erfahrungen befragt. Bis die Interviews ausgewertet sind, wird es etwa April.
Weil es raschen Handlungsbedarf gibt, laufen parallel dazu die Sitzungen mit dem Ziel, ein zentrales Jugendhaus zu schaffen und sobald neue Erkenntnisse vorliegen, sollen sie nach Vorstellung vom Cornelia Rösner auch vor Abschluss des Gesamtpakets zum Jahresende zu Maßnahmen führen.
Eine solche wird im Februar bereits umgesetzt. Künftig wird es zweimal pro Monat, zunächst an der Goetheschule - ein Nachtsportprojekt geben. Nach den Erfahrungen in Lörrach werden damit sehr viele Jugendliche erreicht. Die Konzeption sieht vor, dass das Projekt von einem externen Profi mit Erfahrung und einem Team geleitet wird. Am 22. Februar geht es los.
Noch bevor Schlüsseldaten und konkrete Angaben vorliegen, steht für Cornelia Rösner und die Planungsgruppe außer Frage, dass eine mobile Jugendarbeit kommen wird, um auch die problematischen Jugendlichen zu erreichen, die sich nicht in Angebote einbinden lassen.
Die Installation eines "Streetworker" wird deshalb wohl schon in Angriff genommen, bevor der gesamte Planungsprozess Ende des Jahres abgeschlossen ist. Im Sozialamt gilt es als sinnvoll, dass nicht das Kinder- und Jugendbüro den mobilen Ansprechpartner stellt, sondern ein erfahrener freier Träger, der an die städtische Jugendarbeit angedockt wird.
Die hat mit Simon Hohler und Stefanie Gimbel wieder zwei Jugendreferenten. Ob im Laufe der Zeit auf 3,5 Stellen aufgestockt wird, oder andere Lösungen greifen, bleibt zunächst offen. Cornelia Rösner geht davon aus, dass Leistungen, die die Stadt einkauft, nicht teurer sein müssen. Eine wichtige Rolle im Planungsprozess spielen auch etwa 600 Jugendliche von der siebten bis zehnten Klasse in allen Schulen, sowie die älteren an der Gewerbeschule. Sie sollen im Juli anonym im Rahmen des Unterrichts am Computer Fragen beantworten. Spiegelberg und Kreienkamp erwarten sich davon eine repräsentative Grundlage, um gezielt zu arbeiten. Dabei sind auch Vereine, Kirche und andere Institutionen, die mit Jugendlichen zu tun haben, gefragt, die ihre Angebote und Einrichtungen darstellen sollen, um zu erkennen, wo noch im Begleitangebot der Stadt Defizite bestehen.
Die Planungsgruppe, an der Lehrer, freie Träger und Vereinsvertreter teilnehmen, trifft sich im Abstand von zwei Monaten, um dann weitere Schritte zu diskutieren. Spätestens im Jahr 2010 soll sich die kommunale Jugendarbeit entscheidend verbessern. Professor Spiegelhalter sieht die Entwicklung positiv und bescheinigt Rheinfelden "große Aufgeschlossenheit" .
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