Graffiti: Jugendliche dürfen legal sprayen – mit einer Greencard PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 11. August 2010 um 09:40 Uhr

Erfolg des Jugendparlaments: Das Sprayen an den Brückenpfeilern der Autobahn A 98 im Lörracher Landschaftspark Grütt ist jetzt ganz legal. Allerdings müssen die Künstler sich dazu eine Genehmigung einholen – die sogenannte "Greencard".

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Die ersten Wandbilder schmücken die Autobahnpfeiler im Grütt. Foto: Lili Kroll

LÖRRACH (BZ). Diese gibt es im städtischen Fachbereich Jugend/Schulen/Sport oder beim SAK Lörrach im Alten Wasserwerk. Nach der Renovierung und Beleuchtung der Skater-Anlage im Grütt ist dies der zweite Erfolg des Jugendparlaments.Am vergangenen Wochenende war ein Jugendlicher im Grütt von der Polizei kontrolliert worden, der mit Spraydosen eine Graffiti-Aktion plante. Die Greencard hatte der junge Sprayer noch nicht dabei. Sie ist aber zwingend notwendig, wie es in einer Mitteilung der Stadt heißt. Mit Ausgabe der Greencard werden die Künstler über einige Richtlinien aufgeklärt, die Vertreter der Stadt mit Mitgliedern der örtlichen Graffitiszene erarbeitet haben. Mit der Anerkennung der Richtlinien erhalten die Graffitiakteure ihre Genehmigung. "Alle Künstler, ob jugendlich oder erwachsen, werden darüber informiert, wo genau gesprüht werden darf", erläutert Stefan Dieterle vom städtischen Fachbereich Jugend/Schulen/Sport.

Freie Wände sind keine SelbstverständlichkeitDarüber hinaus gehe es um Kenntnisnahme von Sicherheitsvorschriften, technische Hinweise oder den Umgang mit Müll. "Nur so kann die Nutzung der Freewalls funktionieren", so Dieterle. Es sei keinesfalls selbstverständlich, dass es freie Wände für Graffitisprayer gebe.

 Die Schaffung der "Freewalls" verdanken die Künstler zweier privater Initiatoren und dem Jugendparlament Lörrach. Vor rund einem Jahr wurde ein entsprechender Antrag an die Stadt gestellt. Auch im Jugendparlament selbst wurde das Thema häufig diskutiert. Nach vielen Abklärungen mit dem zuständigen Regierungspräsidium und etlichen konzeptionellen Gesprächen mit Jugendlichen und etablierten Künstlern sind weite Teile der Autobahnpfeiler nun zum "Malen" – wie die Akteure selbst oft zum Sprayen sagen – freigegeben.Die nächsten Wochen fungieren als Pilotphase, in der mögliche Verbesserungen und Anpassungen erfolgen. Parallel denken Vertreter der Stadtverwaltung in Kooperation mit externen Partnern schon in die Zukunft, um diesen außergewöhnlichen Graffiti-Standort als besonderen Anziehungspunkt von junger Kunst im öffentlichen Raum zu etablieren.

 

Quelle. Badische Zeitung

 

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