Urlaub ohne die Eltern PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 07. September 2010 um 13:57 Uhr

Zahlreiche Organisationen und Vereine sowie Kreisjugendreferat bieten Ferienfreizeiten für Kinder.

LÖRRACH. Sechseinhalb Wochen Schulferien: Da ist es schön, wenn Kinder und Jugendliche verreisen können. Nicht immer klappt das mit den Eltern. Doch es gibt zahlreiche Angebote für Ferienfreizeiten, an denen Kinder ab sieben Jahre teilnehmen können. Das Kreisjugendreferat und der Kreisjugendring achten auf die Qualität der von Land und Landkreis geförderten Freizeiten. Vor wenigen Wochen schockierten Berichte über Misshandlungen in Ferienlagern die Öffentlichkeit. "Da werden absolute Einzelfälle aufgebauscht, dabei sind die allermeisten Angebote für Jugendfreizeiten sehr gut", betont Rolf Rombach, stellvertretender Leiter des Kreisjugendrings. Ferienfreizeiten seien eine tolle Sache, in der Kinder viel lernen, soziales Verhalten geübt würde und die nicht zuletzt für die Familien sehr wichtig sei. "Wer hat schon so viele Wochen Urlaub im Jahr? In der Jugendfreizeit weiß man das Kind gut betreut", so Rombach. Im Landkreis Lörrach bieten zahlreiche kirchliche Organisationen, Sport- und sonstige Vereine und auch das Kreisjugendreferat Ferienfreizeiten für Kinder im Alter von sieben Jahren bis hin zu jungen Erwachsenen an. Sie sind nach Alter gestaffelt und führen sowohl zu Zielen in der näheren Umgebung – etwa dem Schwarzwald –, aber auch nach Kroatien, Korsika oder in skandinavische Länder. Oft stehen Themen im Mittelpunkt. So kann man zum Beispiel an Workcamps teilnehmen, an reinen Mädchenfreizeiten oder an integrativen Angeboten mit jungen Menschen mit und ohne Behinderung.

Damit möglichst eine hohe Qualität gewährleistet ist, müssen Anbieter verschiedene Kriterien erfüllen. Nur dann erhalten sie Fördergelder von Land und Kreis, wie Gisela Schleidt vom Kreisjugendreferat beschreibt. So muss der Anbieter als Träger der Jugendhilfe anerkannt sein und verschiedene organisatorische Regeln einhalten. Vor der Freizeit müssen Vortreffen stattfinden, die Eltern ausreichend informiert werden und ein Betreuerschlüssel von mindestens einem Betreuer für elf Teilnehmer ist vorgegeben. Ab 2012 müssen die Anbieter zudem die Qualifikation der Betreuer nachweisen, entweder, indem sie professionelle Pädagogen dabeihaben oder indem die Betreuer eine Jugendleiterausbildung machen. Dabei lernen die Jugendleiter in 40 Ausbildungsstunden wesentliche Grundlagen für ihre Tätigkeit. Im Anschluss erhalten sie die so genannte Jugendleiter-Card "Juleica", ein bundeseinheitlicher Legitimationsnachweis. Jugendleiter müssen zudem einen Erste-Hilfe-Kurs machen, der auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.Der Landkreis förderte allein im Jahr 2009 mehr als 11 000 Teilnehmer von Jugendfreizeiten, womit rund 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen des Landkreises erreicht werden. Dennoch bleibt die Nachfrage größer als das Angebot. Wer mitmachen möchte, muss sich deshalb frühzeitig anmelden, denn meist sind schon Wochen und Monate vor Beginn die Reisen ausgebucht. "Wer einmal mitfährt, will wieder mit", sagt Gisela Schleidt. 

Quelle: Badische Zeitung

 

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