Skater fahren auf die Anlage nicht ab PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 12. Oktober 2010 um 09:31 Uhr

Die im Mai als Ersatz für die Sportstätten im Schlattholz installierte Bahn im Lus hat aus Sicht der Nutzer (noch) Mängel.

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Abgefahrene Fahrmanöver können die Skater nur bedingt auf der neuen Anlage hinlegen. Deshalb fahren sie auch nicht auf die Skaterbahn ab. Allerdings haben sie konkrete Ideen für Verbesserungen. Foto: Edgar Steinfelder

SCHOPFHEIM. "Skaten ohne Fahrspaß ist vergleichbar mit Schwimmen im Planschbecken": Mit dieser Aussage bringen Nutzer der im Mai installierten Skaterbahn im Lus ihren Unmut auf den Punkt. Zwar freuen sie sich, dass die Stadt ihnen eine Skaterbahn zur Verfügung stellt – jedoch ha die Anlage einige Mängel. Und die würden sie so unattraktiv machen, dass ambitionierte Skater um die Anlage einen Bogen machen.

Eine Rampe für immerhin fast 15 000 Euro hat die Stadt im Mai im Lus den Skatern hingestellt. Ersatz für die Sportstätten im Schlattholz, die dem neuen Baugebiet weichen mussten. Eine Gruppe von Nutzern, alles aufgestellte junge Leute zwischen 19 und 28 Jahren, stellen im Gespräch mit der Badischen Zeitung die guten Absichten der Verantwortlichen auch gar nicht in Frage. Auch die Rampe selber sei optimal, sagen sie. Und doch gibt es Mängel: Die Anlaufstrecken etwa. Diese seien in ihren Abmessungen nach allen vier Seiten wesentlich zu kurz geraten. So könne mit dem Skateboard bei einem Anlauf von zirka sieben Metern auf ebener Makadamfläche nie und nimmer die nötige Geschwindigkeit erreicht werden.

Im Schlattholz habe man bei der Anfahrt von einer Half-Pipe problemlos mit ausreichender Geschwindigkeit loslegen können und auch flüssiges Kreiselfahren sei dort aufgrund der ausreichenden Bahnbreite möglich gewesen. Auf der Anlage im Lus müssten gerade in sportlicher Hinsicht so viele Abstriche in Kauf genommen werden, dass viele ambitionierte Skater mittlerweile fern bleiben und auf andere Bahnen außerhalb Schopfheims ausweichen. Übereinstimmend monieren Sven, Fabio, Till und Patrick auch die Tristesse der Skateranlage mit dem angrenzenden Bolzplatz. Einen Bauwagen, in dem sie auch Geräte deponieren könnten, würden sie sich gerne wünschen. Momentan wollen sie Besen und Schaufeln in der Garage eines Wohnhauses in unmittelbarer Nähe einstellen. Diese Dinge brauchen sie, weil es immer wieder vorkommt, dass sie die Anlage in einem verunreinigten Zustand vorfinden, weil in der Nacht ungebetene Gäste ihre Abfälle zurück lassen. Streetworker Ahmet Keskin versichert, dass er schon mit einem Personenkreis, der anscheinend öfters Unrat auf dem Platz hinterlässt, deutliche Worte gesprochen habe.

Dass nicht alle ihre Wünsche umsetzbar sind, wissen die jungen Leute und auch die finanzielle Lage der Stadt ist ihnen bestens bekannt. Aber in einigen Punkten könne man ihnen vielleicht entgegen kommen. So wäre genügend Platz vorhanden, den Makadambelag an den Seiten der Skaterbahn um mindestens einen Meter zu verbreitern. Ihr dringendstes Anliegen ist allerdings die Installation einer Half-Pipe. Ohne diese bliebe der Fahrspaß außen vor und die Anlage werde dann von immer weniger Jugendlichen genutzt.

Vielleicht lässt sich ein Holzbau- oder Metallfachbetrieb finden, der ihnen eine Half-Pipe sponsert, das wäre natürlich eine ganz prima Sache, meinen die jungen Skater nicht ganz ohne Optimismus. Auch aus Sicht von Ahmet Keskin wäre das eine prima Lösung. Er wäre als Mittler bei der technischen oder administrativen Abwicklung gerne behilflich.

 

 

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