| Schönfärberei offiziell erwünscht |
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| Dienstag, den 18. Januar 2011 um 09:12 Uhr | |
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Die Stadt Schopfheim bietet eine legale Sprayerfläche hinter dem JUZ an – allerdings hat sich das noch kaum herumgesprochen.
SCHOPFHEIM. Farbe bekennen auf ganz legale Art: In Schopfheim können Graffiti-Sprayer hinter dem JUZ legal ihre Sprühlust ausleben. Allerdings wird das Angebot bisher nicht wirklich genutzt – möglicherweise, weil es nur wenigen bekannt ist. Einem Bauwerk seinen eigenen (Farb-) Stempel aufzudrücken scheint nach wie vor in Mode zu sein. Beispiel Lörrach. Vergangenes Jahr wurden dort die Brückenpfeiler im Grüttpark unter der A 98 für legales Sprayen freigegeben, mittlerweile herrscht dort reges Treiben.Eine legale Sprayerfläche auch in Schopfheim – dieser Wunsch wurde aus den Reihen jener Jugendlichen geäußert, die sich seit vergangenem Herbst bemühen, in Schopfheim ein Jugendparlament auf die Beine zu stellen. Allerdings: So etwas gibt es längst, wie die Jugendlichen zu ihrer Überraschung von Streetworker Ahmet Keskin erfuhren. Für sie war diese Information neu – wie überhaupt wohl wenig bekannt ist, dass die Stadt eine solche Fläche zur Verfügung stellt. Das Interesse an ihr tendiert denn auch gegen Null. Dabei hatten sich die Mitarbeiter der Schopfheimer Jugend- und Sozialarbeit einst auf ausdrücklichen Wunsch aus Sprayer-Kreisen auf die Suche nach einer legalen Fläche gemacht. "Es gab einige, die in der Brandruine im abgebrannten Kegelzenter im Oberfeld ein Betätigungsfeld hatten. Nachdem die Brandruine dann abgerissen wurde, erkundigten sie sich immer wieder, ob es nicht andernorts eine Möglichkeit gibt, wo sie legal sprayen können", erzählt Keskin. Allerdings erwies sich die Suche als schwierig. Erst der Umzug des Jugendzentrums an die Hebelstraße vor zwei Jahren bot eine Chance. Hier besitzt die Stadt Garagen direkt hinter dem JUZ-Gebäude. Die sind zwar vermietet. Deren Rückseite jedoch – dem ehemaligen SBG-Parkplatz zugewandt – sind von der Straße her nicht einsehbar und ohnehin optisch kein Hingucker. Wenn hier ambitionierte Sprayer ordentlich Farbe ins Spiel brächten, wäre das dem Erscheinungsbild wohl kaum ab- ja vielleicht sogar zuträglich, so der Gedanke. Unter dem Vorbehalt, dass vorher das Sprayermotiv mit Streetworker Ahmet Keskin oder Dietmar Hermann und Silke Dantona vom JUZ abgesprochen und explizit darauf geachtet wird, Abstand zu parkenden Autos einzuhalten, gab die Stadt grünes Licht fürs legale Sprayen."Das Problem ist nur, dass die, auf deren Wunsch hin wir die Fläche gesucht haben, mittlerweile nicht mehr in Schopfheim sind, weil sie studieren oder aus anderen Gründen weggezogen sind", erzählt Keskin. Und seitdem sind auch sonst keine Graffiti-Aktivitäten in der Stadt zu beobachten. Diese Feststellung macht auch die Polizei. "Es gibt zwar immer mal wieder vereinzelt Farbschmierereien, aber von einer Graffiti-Szene kann man nicht sprechen", so die Auskunft von Revierleiter Rudolf Steck auf Nachfrage. Ein Blick in die Polizeistatistik zeigt, dass im Schnitt alle zwei bis drei Monate immer mal wieder Schriftzüge an Häuserfassaden auftauchen.Keine Spur also von einem ähnlich regen Sprayer-Treiben wie in Lörrach. Gleichwohl hält die Stadt ihr Angebot aufrecht. Und auch Keskin will nicht schwarzmalen. "Wer legal sprayen will, kann jederzeit gerne auf mich zukommen. Er sollte das aber auf jeden Fall mit mir absprechen", betont Keskin. Warum, das zeigt ein Vorfall dieser Tage. Da hat jemand ohne Absprache drauflosgesprüht – vielleicht dachte er sogar, es wäre die legale Wand. "Es war allerdings die falsche", so Keskin. Der Streetworker ist in seinem Büro an der Bahnhofstraße donnerstags 17 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung anzutreffen. 0173-4886412 . Quelle: Badische Zeitung |
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